Filme und ihre Zeit präsentiert am 10.10.2026 um 18 Uhr in der Aula der Grundschule einen besonderen Abend mit Elke Maes und dem Dokumentarfilm Joel Agee - Eine amerikanische Jugend in der DDR.
Die Künstlerin Dr. Elke Maes lebt in Kladow.
Bereits in früher Kindheit wurde von ihrem Vater Rudolf Brückner-Fuhlrott die Leidenschaft zur künstlerischen Auseinandersetzung geweckt. Mit Frau Maes sprach Holger Fahrland über die besondere Freundschaft mit Joel Agee und den in ihrem Privatbesitz befindlichen Dokumentarfilm JOEL AGEE, EINE AMERIKANISCHE JUGEND IN DER DDR.
Holger Fahrland: Wann und wo lernten sie Joel Agee kennen?
Dr. Elke Maes: 1956, ich war 13 als ich Joel und seinen Eltern Alma geb. Mailman, geschiedene Agee und Bodo Uhse, Joels Freunden und ihren Eltern in Ahrenshoop begegnete …
Mein Vater Rudolf Brückner- Fuhlrott (*1908 Weißenfels; †1984 Ahrenshoop), christlicher Künstler seit seiner Konversion 1952, hatte 1945 den „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ mitbegründet. Und so konnten wir ab 1953 in Ahrenshoop, dem späteren Künstlerbad der DDR, über den Kulturbund Familienurlaub machen …
HF: Was zeichnete Ahrenshoop damals aus?
EM: Das Faszinierende an Ahrenshoop war die politische Dimension, von der im genannten Film auch die Rede ist. In dieser frühen Zeit der DDR trafen sich dort Freigeister und Freidenker, Philosophen, Schriftsteller und andere Künstler und Politiker, die aus dem Ost- oder West- Exil zurück gekehrt waren und offen über die verschiedenen Ansätze für ein neues demokratisches Deutschland diskutieren konnten. Die Verhaftungen kamen später …
Das Gehörte prägte sehr wesentlich mein Weltbild und meine Überzeugung, dass das Wichtigste im Leben der Dialog über politische und weltanschauliche Grenzen hinweg ist, was natürlich Wissen und Bildung voraussetzt …
HF: In seinem Buch „Zwölf Jahre - Eine amerikanische Jugend in Ostdeutschland“ beschreibt Joel Agee u.a. seine Erinnerungen an Groß Glienicke. Wie beschreibt er seinen Lebensweg?
EM: Joel Agee ist der Sohn von James Agee, berühmter Schriftsteller, Filmkritiker und Übersetzer, geehrt mit dem Pulitzer-Preis. Seine Eltern ließen sich 1941 scheiden, seine Mutter, Jüdin und Kommunistin Alma Agee geb. Mailman ging mit ihrem Kind nach Mexiko und heiratete dort den Schriftsteller und Spanienkämpfer Bodo Uhse, der nach Mexiko in die Emigration gegangen war.
1946 wurde in Mexiko Agees Halbbruder Stefan Uhse geboren, der sich 1973 in New York City das Leben nahm. 1948 zog die Familie nach Berlin, wo Uhse Chefredakteur der Kulturzeitschrift Aufbau, Abgeordneter der DDR-Volkskammer und später Vorsitzender des Schriftstellerverbandes wurde.
Die Familie erhielt infolge eine Villa am See im Berliner Grenzort Groß Glienicke …
Über diese ungewöhnliche Geschichte hat Joel Agee 20 Jahre nach der Rückkehr in die USA das autobiografische Erinnerungsbuch geschrieben. Seit 1960, als sich seine Mutter von Bodo Uhse trennte, lebt Joel Agee wieder in den USA. Ein New Yorker Schriftsteller und Übersetzer. Das Buch erschien nicht in der DDR, wir besorgten es uns über offiziell nicht gewollte West- Kontakte…
HF: Liebe Frau Maes vielen Dank für das angenehme Gespräch. Auf den Filmabend freuen wir uns und sind sehr gespannt, mehr über ihre Begegnungen mit Joel Agee zu erfahren.
(Auszug aus dem Interview – das vollständige Interview kann nach Anmeldung
über den Newsletter https://www.filmschaffende-in-gross-glienicke.de/ gelesen werden)
Für die umfangreiche Unterstützung danken wir ganz herzlich!
Seit vielen Jahren sind wir auf der westlichen und östlichen Seite des Groß Glienicker Sees u. a. auf Spurensuche zu den Filmgeschichten unseres Ortes unterwegs (https://www.filmschaffende-in-gross-glienicke.de).
Wer Interesse an der Mitgestaltung hat, ist in unserem Kreis herzlich willkommen.
Mit freundlichen Grüßen - es bleibt spannend!
Holger Fahrland
Projektleiter
Filme und ihre Zeit / GGK
holger.fahrland@akfil.me
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Filme und ihre Zeit (GGK)
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